Regenjacken im Test – Zum Abdampfen

Regenjacken sollen so gut sein, dass sie Ausreden überflüssig machen. Denn schlägt das Wetter Kapriolen, bleiben wir lieber zu Hause. Doch es gibt gute Gründe, auch mal im Regen zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Und welche Jacke dabei zuerst ins Schwitzen kommt, zeigt mein Test.

Volldampf: Nebelläufe ist mit Regenjacken auch kein Problem.

Bevor wir zu den Regenjacken kommen: Es gibt gute Gründe, im Regen zu laufen. Von der Herausforderung für die eigene Psyche abgesehen, sind Regenläufe ein Erlebnis, Stärkung der Abwehrkräfte und Spaß in einem. Vorausgesetzt es ist nicht zu kalt. Wenn niedrige Temperaturen und Wind auf den nassen Körper treffen, bekommen wir Windkühle (Windchill) zu spüren – und wir kühlen aus. Und damit das nicht passiert, können wir uns bei schlechtem Wetter Regenjacken anziehen, unter der wir im besten Fall trocken und warm bleiben. Probier‘ es ruhig aus. Regen ist nicht schlimm und bereitet Dir vielleicht sogar kindlichen Spaß.

Jetzt aber zum Jackentest.


CimAlp Storm Pro – Regenjacken für kalte Tage

CimAlp Storm ist keine minimalistische Regenjacke, wartet aber mit cleveren Details auf und schützt bei Dreckswetter zuverlässig.

Zuerst muss ich sagen, dass ich CimAlp als Marke vorher noch nicht kannte. Daher gebe ich eine gewisse Grundskepsis zu, die allen neuen Marken in meinen Tests entgegengebracht werden. Marketingsprüche sind das eine, draußen auf den Trails zu sein etwas anderes. Milde stimmt mich aber die Firmengeschichte der Franzosen, die seit 1964 nahe der Alpen geschrieben wird. Na dann wollen wir mal sehen.

CimAlp Storm (Foto CimAlp)

Die CimAlp Storm Pro H ist eine 3-lagige Ultrashell-Jacke mit 20.000 mm Wassersäule und mittlerweile in der dritten Auflage (Storm Pro 3) im Handel. Die Jacke wiegt ca. 330 g und ist nicht so minimalistisch im Packmaß wie die Gore One oder die Inov-8 Ultrashell und nimmt daher in der Laufweste etwas mehr Platz ein. Heißt mehr Material aber auch mehr Schutz? In diesem Falle ja, allerdings kommt es auf das Einsatzgebiet an, damit man nicht ins Schwitzen kommt. Da Trailrunning relativ flott und anstrengend ist, wurde mir in der Jacke schnell warm, was bei Kälte angenehm war. Ab ungefähr 10 Grad ist mir die Storm Pro schon zu dick. Aber der Name sagt es schon, die Jacke braucht mieses Wetter.

Clevere Details der CimAlp-Regenjacken

Dann schützt sie optimal und schützt vor raschem Auskühlen. Dazu tragen besonders die verlängerten Ärmel bei, die Daumenschlaufen haben. Außerdem ist die Kapuze wunderbar geschnitten und schmiegt sich durch eine Art Stirnband förmlich an meinen Kopf. Auch das Tragegefühl in der dreilagigen Jacke auf nackter Haut ist sehr angenehm, da das Textil nicht klebt oder kühlt. CimAlp hat sich vermutlich viele Gedanken um die Details gemacht. Das zeigt der winddichte Reißverschluss mit einer Schlaufe, die die Jacke zusammenhält, wenn der Reißverschluss geöffnet ist. Das ist wunderbar, wenn man die Jacke bei Regen zusätzlich belüften möchte. Ein weiteres Detail: Ein Magnet, der die Kapuze am Rück hält, wenn man sie nicht nutzt. So liegt sie beim Laufen trotzdem eng an und schlackert nicht.

Was die Passform angeht, lässt sie nichts zu wünschen übrig. Sie ist schmal geschnitten, aber mit genug Bewegungsfreiheit, auch dank des dehnbaren Materials. Mit meinem 179 Zentimetern passte mir Größe S perfekt. Durch Gelände rennen ist gar kein Problem, genauso wenig wie das Schlendern durch die Innenstadt. Denn auch der Style ist angenehm. Sportlich schick, aber nicht zu auffällig. Außer nachts, dann reflektiert sie punktuell.

Nils läuft an einem kalten Tag mit Regenjacke

Fazit zur CimAlp Storm

Wer eine Regenjacke sucht, die bei miesem Wetter lange durchhält, ist hier richtig. Ich würde sie bei langen Ultras mit schwierigem Wetter einsetzen, im Winter oder den Bergen. Auch dort, wo die Geschwindigkeiten nicht ganz so hoch sind und ein bisschen mehr Gepäck nicht ins Gewicht fällt, ist sie die richtige Wahl. In jedem Fall ist sie eine verlässliche Partnerin, mit der man keinen Sturm mehr fürchten muss.


Ryzon Lumina – Regenjacken mit Effekt

Ryzon Lumina ist eine Regenjacke mit vielen guten Eigenschaften. Dabei ist sie nicht so minimalistisch wie manch andere. Aber die wichtigste fällt uns erst dann auf, wenn wir es wirklich gut brauchen.

Preis: ca. 229 €, Fazit: 4,5 von 5 Sternen

Ryzon Lumina Regenjacke

Zu aller erst möchte meine Bewertung von 4,5 von 5 Sternen erwähnen. Die Lumina muss den Vergleich mit den besten getesteten Regenjacken nicht scheuen. Das gilt für den Einsatz beim Laufen und auf dem Rad. An den mir sehr ans Herz gewachsenen Minimalismus einer Gore Shakedry kommt sie fast heran. Dafür bekommt man eine Rückenbelüftung und zwei Seitentaschen aus Meshgewebe, die das Verstauen von Handschuhen, Schutzmaske oder Smartphone einfach machen.

Passfom der Ryzon Lumina

Durchdachtes Detail. Der Gummizug am Ärmelabschlusses an der Ryzon Lumina Regenjacke

Die dreilagige Jacke hat mir beim Laufen und Radfahren mit meinen 1,79 m (Größe S) sehr gut gepasst und die nötige Bewegungsfreiheit gelassen. Auch die Ärmel und der Halsabschluss waren passgenau. An den Ärmeln ist ein Gummikeil eingebaut, der beim an und Ausziehen von Vorteil ist – ein sehr gutes Detail. Nur die Kapuze musste ich ein wenig umkrempeln, damit sie meine Augen nicht bedeckt. Das Thema Kapuze ist bei mir sonst immer schwierig. Wer keine benötigt, kann auch die Bike-Version nehmen, dann allerdings auch ohne Taschen und Belüftung. Um die Hüfte sorgt ein Gummizug für den dichten Abschluss. Die Passform hat mir insgesamt an meinem etwas schlankerem (manche würde dünn sagen) sehr gut gefallen.

Klima in der Ryzon Lumina

Passform: Bequem, aber sportlich. Ryzon Lumina Regenjacke

Für mich das Wichtigste: Wie fühlt sich die Jacke an, wenn es schweißtreibend wird? Nun, gut, muss ich sagen. Natürlich weiß ich, dass Regenjacken in allererster Linie vor Regen schützen sollen, also eine gewisse Abdichtung erfolgen muss. Nichtsdestotrotz sollte eine Sportregenjacke aber eben auch atmungsaktiv sein. Die Lumina schafft das ganz gut. Mit der Belüftung am Rücken (Rucksäcke sperren die Lüftung – Obacht!) fühlte ich mich nicht nass, während des Sports, obwohl ich beim Ausziehen oft erstaunt war, wie viel Feuchtigkeit entstanden ist. Die 100 % Polyester sind aber nicht so feinfühlig wie eine GoreTex-Membran, dafür bekommt man bei Ryzon Öko-Tex-Standard 100.

Schutz der Lumina-Regenjacken

Während der Testphase hat es glücklicherweise sehr viel geregnet und die Jacke hat gehalten was sie verspricht, beim Laufen und auf dem Rad. Die Regentropfen perlten leicht ab und durch die dichten Abschlüsse gelangte keine Nässe von außen hinein. Die Stretch-Einsätze am Bündchen sind allerdings nicht wasserdicht.

Erleuchtet: Ryzon Lumina Regenjacke

Wie lange die Imprägnierung halten wird, ist schwer zu sagen. Wenn sich der Gesamteindruck bestätigt, sollte sie aber von Dauer sein. Und auch der Schutz gegen Auskühlen ist Aufgabe einer Jacke, was die Lumina sehr gut macht. Sie glänzt auch als Windbreaker, wenn es nicht schüttet besonders auf dem Rad. Apropos glänzen. Ihre Sichtbarkeit im Dunkeln ist das große Feature der Lumina. Die milchig-graue Farbe kommt von Partikeln, die beispielsweise Scheinwerferlicht reflektieren. Da hatten so manche Autofahrer eine Erscheinung, wenn ich unterwegs war. Absolut empfehlenswert bei Dunkelheit.

Fazit

Die Regenjacke von Ryzon aus der Lumina-Serie ist nicht nur für die dunkle Jahreszeit empfehlenswert. Hier kommen ihre Vorzüge durch den Material-Mix und die sehenswerte Reflexion aber besonders gut zur Geltung. Der Preis ist mit 229 Euro recht hoch, in diesem Segment aber mittlerweile normal. Ansonsten ist sie eine treue Begleiterin, auch auf langen Touren, deren Verarbeitung hochwertig und langlebig wirkt. Ganz so, wie es sein soll.