Pulsprobleme beim Trailrunning

Pulsprobleme vermiesten mir das Trailrunning. Ich lief oft mit zu hohem Puls. Doch mit einfachen Tipps bekommt man sein Herz in den Griff.

Die hohen Hügel des Taunus habe ich nun schon eine ganze Weile direkt vor der Haustür. Ich bin oft zu Ihnen hoch, habe gekeucht, geschwitzt und mehr als einmal gedacht: Warum werde ich eigentlich nicht schneller? Oder wenigstens fitter? Ich war oft am Ende meiner Kräfte, wenn ich nach manchmal haarsträubenden Downhills unten ankam. Vielleicht Übertraining? Ja, echte Alpenbewohner lachen jetzt laut. Der Taunus ist nicht die Alpen! Und ich verstehe das Gelächter. Trotzdem bin ich ursprünglich aus dem Flachen, die Steigerung bisher also durchaus solide. Also alles tipptopp? Nein.

Pulsprobleme: Nils läuft trail - vermutlich mal wieder zu schnell.
Pulsprobleme: Nils läuft trail – vermutlich mal wieder zu schnell.

Mein Problem: sobald ich einen Berg erklomm, schoss nicht ich, sondern mein Puls nach oben. Wettkampftempo! Schon die kleinste Steigung sorgte für Pulsprobleme. Die für lange Strecken empfohlenen Pulsbereiche (50-75% der max. Herzfrequenz) überschritt ich deutlich. Und das jedes Mal, zu lange. Es kam vor, dass ich die Hälfte eines langen Geländelaufes bei 80-90% meiner max. Herzfrequenz gelaufen bin. Dadurch wird man nicht schneller! Es wundert mich rückblickend nicht, mich manchmal ausgelaugt gefühlt zu haben, trotz des Riesenspaßes, den ich dabei auch empfand. Ich glaube auch, damit bin ich nicht allein. Zeit etwas zu ändern.

Pulsprobleme erkennen

Was mir am meisten geholfen hat meine Pulsprobleme zu erkennen war mein Herzfrequenzsensor. Auch wenn ich kein besonderer Freund von massenhafter Laufdatenaufzeichnung bin, fand ich die einfache Rechnung wie viel Zeit ich in welchen Pulsbereichen trainierte doch sehr aufschlussreich. Fünf Bereiche werden oft als Grundlage für das Training gesehen. 50-60 % sehr leicht, 60-70 % leicht, 70-80 % mittel, 80-90 % intensiv, 90-100 % maximal. Die allgemeine Empfehlung, 80 Prozent der Zeit in unteren (Fettverbrennung), und 20 Prozent im höchsten Bereichen zu verbringen, erfüllte ich regelmäßig nicht. Die kurzen schnellen Läufe fielen bei mir oft aus, weil ich von den langen Einheiten noch genug hatte. Intervalle? Bloß nichts. Das musste sich ändern.

Alternative Strecke gegen Pulsprobleme

Absurd erschien mir nicht mehr in den Hügeln des Taunus zu laufen, denn es machte ja auch viel Spaß. Es half nichts, ich musste es probieren. Also liefe ich nicht mehr bergauf, sondern auf eher flachen Strecken am Rand der Hügelketten oder auf einem Sportplatz. Und siehe da, plötzlich hielt ich mühelos einen optimalen Puls. Und Spaß machte es auch. Ich erinnerte mich wieder, wie es war, so meditativ zu laufen, wie ich es vor Jahren getan hatte. Besonders die Runden auf einem Sportplatz brachten mich in einen wahren Flow. Das Schöne war, nach den langen Läufen noch einigermaßen frisch zu sein.

Pulsprobleme unter Kontrolle: Nils' Flow-Erlebnis auf der Tartanbahn
Pulsprobleme unter Kontrolle: Nils‘ Flow-Erlebnis auf der Tartanbahn

Langsamer laufen

Den Puls stets im Blick, bremste ich mich, sobald er zu schnell wurde. Das funktionierte sehr gut im Flachen. Also probierte ich das Ganze wieder im Gelände. Aber erstmal nur auf sanften Steigungen. Hier wurde ich nun wesentlich langsamer und musste oft wandern. Nicht nur bergauf. Auch bergab. Das war aber okay, denn am Ende kam ich wesentlich entspannter zu Hause an, als zu Zeiten, als ich noch abhetzte. Mit der Zeit bekam ich mich in den Griff und lernte zu unterscheiden. Schnell laufen macht einen irren Spaß, aber wenn man es übertreibt, schadet man sich. Langsam laufen macht auch Spaß, aber man wird dadurch nicht alleine besser. Die Mischung machts.

Radfahren und Pulsprobleme

Eine Alternative zum Laufen und den damit verbundenen mechanischen Belastungen ist das Radfahren. Bevorzugt im Winter auf dem Rollentrainer oder auf dem Weg zur Arbeit beim Radpendeln, konnte ich auf diese Weise die Pulsbereiche optimal zum Trainingsplan einhalten. Und manchmal ist das Wetter eben nicht nach Trailrunning oder man möchte keine Verletzung riskieren. Dann ist die diese Alternative sehr sinnvoll und sollte bei dem, was unseren sportlichen Werkzeugkasten ausmacht, mitgedacht werden.

Denn am Ende geht es darum, sich nicht in eine Sache zu verrennen, sondern möglichst gesund zu trainieren. Das ist auch der Grund, warum ich nun die langen Läufe wirklich langsam angehe, manchmal wandere oder eine flache Strecke nehme. Dafür gebe ich dann bei den schnellen Läufen ordentlich Gas. Auch Intervalltraining steht jetzt auf meiner persönlichen Wunschliste. Die Pulsprobleme sind dadurch spürbar besser geworden und ich fühle mich allgemein fitter.

Zum Schluss

Probiere es gern einmal aus. Falls Du Fragen hast oder einen Kommentar abgeben möchtest, schreibe mir gern. Auch auf Instagram kannst Du mich erreichen @nils_laeuft.

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