Deutschlandlauf Tag 7 – Ende

Von Osnabrück nach Werne (90,5 km) sollte die längste Etappe des Deutschlandlaufs werden. Leider wurde es für mich die kürzeste.

Eingeschlafen. Gefühlte 20 Minuten später (es waren fünf Stunden) ging das Licht wieder an. Meine Beine schmerzten. Eigentlich hätte ich nicht mehr loslaufen müssen. Schon nach wenigen Minuten war mir klar, dass die 90 Kilometer des Tages eine Pein werden würden.

Es regnete – wieder einmal. Aber der kühle Regen war eine Wohltat für die Beine. Zumindest auf den ersten Kilometern. Dann Hieb mir jeder Schritt wie ein Messer ins Bein. Das Schienbeinkantensanydrom schmerzte. Höchstgeschwindigkeit: 3-4km/h. Zu langsam, aber schneller ging es nicht. Schon überholten mich auch die langsamsten Läufer. In dem Tempo würde ich rein rechnerisch  zu viele Stunden brauchen, eher länger. Und selbst wenn ich diese Etappe schaffte, warteten noch 12 weitere. Keine guten Aussichten.

Bis zum ersten Verpflegungspunkt brauchte ich drei Stunden und lief so unrund, dass sich das Aus in meinem Kopf durchsetze. Schweren Herzens entschloss ich mich nach elf Kilometern aufzuhören. Irgendwo hinter Osnabrück und weit vor der Zugspitze. Immerhin hatte ich sechs Ultraläufe in sechs Tagen beendet und rund 450 Kilometer zurückgelegt – eine tolle Leistung, wie ich finde. Also ging es erhobenen Hauptes nach Hause.

Und was bleibt nun vom Deutschlandlauf ?

Ja, zuerst die Erkenntnis, dass ich sechs Ultramarathons in sechs Tagen geschafft habe. Das ist meiner Meinung nach schon ziemlich gut. Natürlich muss ich dahingehend noch Erfahrungen sammeln, um eventuell in ein paar Jahren wieder anzutreten. Wie man 19 Tage überlebt und  verletzungsfrei bleibt kann man lernen. Besonders die ersten Zeichen vom Schienbeinkantensyndrom muss ich erkennen lernen.

Andererseits muss ich wohl auch schneller werden, auch über mehrere Tage, um meine Regenerationszeiten zu verlängern, noch etwas zu essen zu bekommen unsere einen ruhigen Schlafplätze. Das ist hauptsächlich Trainingssache und wird wohl auch noch ein paar Jahre dauern.

Alles in allem möchte ich diese Erfahrung beim Deutschlandlauf aber nicht missen und bin froh viele der Läufer kennengelernt zu haben. Da sind sehr viele dabei die mir ein Vorbild sein werden, auf dem Weg irgendwann ein Deutschlandläufer zu werden.