Alles für den Sport – Sechs Wochen fast ohne Alkohol

Wer auf Alkohol verzichtet wird viel gutes daraus ziehen, besonders für den Sport. Aber es ist nicht leicht dem Genussmittel zu entsagen – vor allem gesellschaftlich.

Seit knapp sechs Wochen verzichte ich auf Alkohol. Und was soll ich sagen: alles bestens! Ja, es gab Ausnahmen. Die Abschiedsfeier für meine Kollegen, denn ich habe nun einen neuen Arbeitgeber. Außerdem gab es ein Essen bei Nachbarn. Ich bereue nichts, nutzten diese Gelegenheiten doch der Erkenntnis.

Bis Ostern ist jetzt noch Alkoholverbot. Das stellt natürlich Gewohnheiten in Frage. Und in der Tat, war der Anfang der Fastenzeit eine Umstellung. Auf Partys keine Flasche in der Hand zu halten war komisch. Und das geht nicht nur mir so – Alkohol ist auch Ritual. Eine Leserin schrieb mir sogar, dass sie einen ganz neuen Freundeskreis hat, weil die Trinkenden immer fremder wurden.

Okay, dann doch lieber eine Flasche: Limonade. Schmeckt auch, aber nach ein paar Flaschen hatte ich genug von der Süßigkeit. Dann lieber alkoholfreies Bier. Das schmeckt mir wirklich gut. Und während mancher Gast schon glasige Augen bekam, war ich noch topfit. Auf den Rausch muss man natürlich verzichten.

Bei einer anderen Gelegenheit ist mir ziemlich deutlich aufgefallen, wie sehr sich die Gespräche im Laufe des Abends verändern – macht aber auch Spaß, den Trinkenden zuzuhören, wenn man selbst nüchtern ist.

Und das Beste: der Morgen danach ist viel angenehmer. Ohne Dickkopf genießt man die sonntäglichen 30 km des Trainingslaufs viel mehr. Besonders in der zweiten und dritten Woche fühlte ich mich fitter, kraftvoller und voller Energie. Während eines mehrtägigen Etappenlaufs konnte ich sogar besser regenerieren und fühlte mich pudelwohl. Das ist zwar äußerst subjektiv, ohne wissenschaftliche Messwerte, aber mir reicht der Eindruck.

Man liest zwar immer wieder, dass ein paar Gläschen in der Woche nicht schaden, aber nützen tun sie einem auch nicht. Im Gegenteil: ist die Leber immer wieder mit dem Alkoholabbau blockiert, bleibt weniger Energie für andere Prozesse. Und wer ständig kleine Dosen einfüllt, blockiert die Leber eben auch ständig ein Bisschen.

Ich glaube, erst der langfristige Verzicht zeigt, wie sehr uns Alkohol blockiert. Da reicht eine Woche nicht. Meiner Meinung nach sind zwei, drei Wochen zwischen den „Schoppen“ von Nöten, um einen Effekt zu merken. Die Haut wird besser und wer Probleme mit Heuschnupfen hat wird Linderung spüren. Ich atme befreiter und rieche mehr. Den Versuch ist es in jedem Fall wert.

Ganz verzichte ich nach der Fastenzeit aber auch nicht aufs Stöffche. Aber bewusst, in Maßen und zur richtigen Zeit. Bestimmt nicht nach einem Lauf und nicht mitten in der Regeneration. Dann lieber ausgeruht und in entspannter Stimmung. Natürlich mit Freunden, denn Trinken ist ja auch eine soziale Angelegenheit.

Jetzt faste ich aber erstmal noch bis Ostern und freue mich auf den Verzicht. Und steht’s bei dir? Verzichtest du auch? Dann schreib mir übers Kommentarfeld oder auf Twitter (@Nils_Thies).

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